Good-bye my lover

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Kürzlich bin ich von einem Ende ans andere Ende der Republik gezogen. Neben vielen ans Herz gewachsenen Kollegen und Freunden habe ich auch eine Liebschaft zurück gelassen. Schon bei unserem ersten Date sagte Ich ihm, dass ich gerade einen Job suche, allerdings nicht hier sondern hunderte Kilometer entfernt. Ich wollte endlich weg, neues entdecken steckte aber noch fest.
Die Jobsuche war nicht unbedingt einfach und dauerte länger als erwartet und irgendwie kam ich nicht davon los bei meiner Online-Kontaktbörse vorbei zu schauen.

Da war dieser Eine recht sympathische Mann, der auch non-monogam angegeben hatte. Er wirkte schüchtern aber doch selbstbewusst, wusste was er suchte. Den wollte ich noch treffen, bevor ich vollends gehen konnte. Ich schrieb ihn an, wir trafen uns zum Sushi essen und es hat gefunkt.
Wir waren beide sehr nervös, und der Anfang war etwas holprig, doch von Treffen zu Treffen wurde es entspannter und vertrauter. Beide wussten wir, dass wir nicht all zuviel Zeit haben, und genossen jede Minute. Von klassischen Dinner-Dates bis hin zum gemeinsamen Klettern, Saunieren und Camping mit Wandern verbrachten wir gemeinsame Zeit, leidenschaftliche Momente und Abschiede. Wir waren so unterschiedlich wie man es nur sein kann, was uns beiden eine andere Perspektive gab.
Die Jobsuche zog sich wie Kaugummi doch das war nicht so schlimm, irgendwann wird es klappen und das hier und jetzt war schön, nicht nur wegen ihm. Es spielte sich eine kleine Routine ein, die mir noch mehr zeigte wie ich die Zeit mit ihm genoss, den Austausch, den Sex. Und gerade als es am schönsten war zeichneten sich ernste Jobchancen ab. Gerade verbrachten wir einen Kurzurlaub und ein paar Tage später bekam ich ein Jobangebot.

Endlich! Endlich? Ja, die Entscheidung war doch schon längst getroffen und das Angebot war wirklich gut. Ein letztes Treffen, eine letzte Nacht. Wohl wissend dass wir uns nicht weiter treffen, verbrachten wir den letzten Abend wie jeden Abend zuvor. Kein Drama, keine Vorwürfe, keine Tränen.
Ich bin dankbar für die gemeinsame Zeit und das Vertrauen, von ihm und auch von seiner Ehefrau.